METAGRAPH
DER PLATTENSPIELER-SOCKEL FÜR DEN REGA P10 aus Kupfer
GEHÄUSE UND MATERIALISIERUNG: Kupfersockel, Wirbelschliff, matter Klarlack
ZUR AUFNAHME: des REGA P10 (HPL belegter Tancast 8 Schaumkern Sockel, obere und untere Streben aus Keramik, Keramikoxid Plattenteller und RB 3000 Tonarm) sowie dessen Netzteil
REGA P10: Höhe 115 mm; Breite 420 mm; Tiefe 350 mm; Gewicht 4.7 kg; Gewicht Stromversorgung 3 kg
DIMENSION UND GEWICHT: Höhe 50 mm; Breite 369 mm; Tiefe 282 mm; Gewicht 23 kg
HERSTELLUNG: Gehäuse: Goldau-Schweiz, Liberec-Tschechien | Titan: Muotathal-Schweiz, Ludersdorf-Österreich, Hong Kong-SAR-China | Kupferteile: Muotathal-Schweiz | Polstererarbeiten: Liberec-Tschechien | Lautsprecherchassis: Northampton-England, Akishima-Japan | Induktoren: Fredensborg-Dänemark | Kondensatoren: Fredensborg-Dänemark | Wiederstände: Fredensborg-Dänemark | Kabel: Saco-USA, Altdorf-Schweiz | Lautsprecheranschlüsse: Bandon-USA | Zusammenbau: Zürich-Schweiz, Brunnen-Schweiz
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Nach Denkansätzen von Edgar Villchur zum Plattenspieler-Sockel und zur gesamten mechanischen Isolation, wie sie vor allem ab 1961 umgesetzt wurden ging von einem sehr klaren, fast minimalistischen Grundprinzip aus: «Die einzige Bewegung, die wirklich stört, ist die relative Bewegung zwischen Plattenteller und Tonarm-Pivot». Alle anderen Bewegungen (des Sockels, des Bodens, des Möbels, der Luft durch Lautsprecher) sind nur dann problematisch, wenn sie diese relative Bewegung verursachen. Villchur’s Kern-Denkansatz zum Plattenspieler-Sockel: Der Sockel ist nicht dazu da, möglichst starr und schwer zu sein, sondern möglichst bewegungslos gegenüber dem schwingenden System zu bleiben. Deshalb wird das wichtige System (Teller + Tonarm) aktiv vom Sockel entkoppelt und dieser darf ruhig kontaminiert werden. Die entscheidende Größe ist die relative Bewegung zwischen Teller und Arm - alles andere ist zweitrangig.
Gemäss Denkansätzen von Roy Gandy zum Thema Plattenspieler-Sockel, wie sie bei ihm seit den 1970er Jahren bis in die aktuellen Modelle konsequent verfolgt werden: Roy Gandy betrachtet einen Plattenspieler grundsätzlich als «Vibrations-Messgerät» (vibration measuring machine). Die einzige wirklich relevante Bewegung ist die relative Bewegung zwischen Abtastnadel (Stylus) und Rille. Jede unerwünschte Vibration, die diese Relativbewegung stört, verschlechtert die Wiedergabe - sei es Motorvibration, Lagergeräusch, Trittschall oder akustisches Feedback. Minimalmasse und maximale Steifigkeit (low mass, high rigidity): Der Sockel soll so leicht wie möglich sein, aber gleichzeitig extrem steif, damit er keine Eigenresonanzen im hörbaren Bereich aufbaut und keine Energie speichert. Im Gegensatz zu Villchur lehnt Gandy eine gefederte Subchassis-Konstruktion ab. Stattdessen wird alles steiff gekoppelt (Sockel, Lager, Teller, Tonarm-Basis). Die Steifigkeit sorgt dafür, dass Störenergie nicht gespeichert, sondern sofort abgeleitet oder gar nicht erst aufgebaut wird. Der Sockel soll möglichst wenig Masse besitzen, um Störenergie nicht zu speichern und nicht zeitverzögert wieder abzugeben - stattdessen muss er extrem steif sein, damit das gesamte System (Lager – Plattenteller Tonarm) wie ein einziges, unverwüstliches Messinstrument wirkt. Schwere, starre Massen-Sockel (wie bei vielen Geräten der 80er/90er) lehnt er ab, weil sie Energie absorbieren und damit Musikdetails verlieren. Gandy’s Philosophie lautet: «Weniger Masse gleich weniger gespeicherte Störung gleich mehr Musik» - umgesetzt durch leichte, hochsteife, verlustbehaftete und zunehmend skelettierte Plinthen ohne jegliche Federentkopplung.
Die antagonistischen Ansätze von Edgar Villchur und Roy Gandy scheinen unvereinbar. Der METAGRAPH bildet in seiner Konstruktion einen dritten Ansatz um aufgrund der Auflageeinheit (keine Fixierung) einen noch tieferen, kontrollierten Bass mit unmittelbarem Antritt zu gewährleisten.